Gurkenkönig

Der überraschende Schreck im Drachental

Zusammenfassung

Der Gurkenkönig entdeckt zwei Drachen im Tal, hilft dem größeren bei seinem feurigen Schluckauf und wird dafür nach Hause geflogen.

Der junge Gurkenkönig wanderte durch die Drachenberge. Die kühle Bergluft strich um seine großen Segelohren, und der Wind trug den Geruch von Stein und weitem Himmel mit sich. Er liebte es, die Aussicht zu genießen und in sein Notizbuch zu malen. Heute hatte er schon drei Berggipfel gezeichnet, als er plötzlich Rauchschwaden bemerkte. Sie stiegen hinter einer Kuppe auf, verschwanden aber schnell wieder. Ein seltsames Feuer, dachte er. Feuer raucht doch sonst länger.

Er schloss sein Notizbuch, steckte es in die braune Umhängetasche und ging vorsichtig weiter. Der Pfad wurde schmaler, die Steine rutschig. Mit jedem Schritt wuchs seine Neugier. Was mochte dort oben sein? Er erreichte den Rand eines kleinen Tals und blickte hinunter.

Zwei Drachen saßen auf einem flachen Felsplateau. Der größere war tiefgrün und glänzte im Sonnenlicht, der kleinere hatte silberne Schuppen. Sie spielten Boccia mit runden Steinen. Der größere Drache holte gerade zum Wurf aus, als plötzlich ein lautes „Hicks-FWOOSH!“ aus seinem Maul fuhr. Eine helle Flamme schoss heraus und eine dicke Rauchwolke stieg auf. Der Stein landete weit daneben.

Der Gurkenkönig hielt den Atem an. Drachen! Und einer von ihnen schien Schluckauf zu haben. Er beobachtete, wie der größere Drache sich schämte und der kleinere lachte. Der Gurkenkönig überlegte kurz, dann stieg er vorsichtig den Pfad hinunter. Die Drachen entdeckten ihn sofort.

„Hallo, kleiner König!“, rief der silberne Drache freundlich. „Willst du mitspielen?“ Der grüne Drache nickte, doch in dem Moment kam wieder das „Hicks-FWOOSH!“. Eine Flamme züngelte gefährlich nah am Gurkenkönig vorbei. Er sprang erschrocken zurück.

„Oh nein! Entschuldigung!“, rief der grüne Drache und senkte den Kopf. „Ich habe Schluckauf. Er will einfach nicht weggehen. Wir haben schon alles versucht: Luft anhalten, Kopfstand machen, die Namen von sieben glatzköpfigen Zwergen aufzählen. Nichts hat geholfen.“

Der Gurkenkönig spürte Mitgefühl. Er sah, wie der große Drache sich schämte und wie der kleine Drache besorgt aussah. „Vielleicht können wir gemeinsam etwas finden“, sagte er. Sie spielten noch ein paar Runden Boccia. Währenddessen dachte der Gurkenkönig nach. Der Schluckauf kam immer dann, wenn der große Drache sich anstrengte oder aufgeregt wurde. Vielleicht half ein plötzlicher Schreck?

Der Tag wurde schon spät, und der Abstieg ins Tal war noch lang. Der Gurkenkönig verabschiedete sich höflich. Doch als er hinter einem Felsen verschwand, blieb er stehen. Der kleine Drache hatte ihm heimlich zugewinkt. Zusammen schmiedeten sie einen Plan.

Der Gurkenkönig versteckte sich hinter einem großen Stein. Der kleine Drache lenkte den großen Drachen ab, indem er einen besonders guten Boccia-Wurf machte. Gerade als der grüne Drache zum nächsten Wurf ausholte und das „Hicks“ schon in seiner Kehle saß, sprang der Gurkenkönig mit einem lauten „Buh!“ hinter dem Stein hervor.

Der große Drache zuckte so heftig zusammen, dass die angefangene Flamme erlosch. Kein Rauch, kein „FWOOSH“. Stille. Dann begann er zu lachen. „Er ist weg! Der Schluckauf ist weg!“ Der kleine Drache klatschte mit den Flügeln, und der Gurkenkönig strahlte. Die beiden Drachen stießen vor Freude leuchtende Feuerringe in die Luft.

Sie setzten sich noch eine Weile zusammen. Der Gurkenkönig malte schnell ein Bild von den Feuerringen in sein Notizbuch. Der grüne Drache sah ihn an und sagte: „Du hast uns geholfen. Darf ich dich dafür ins Tal fliegen? Der Weg ist lang, und es wird schon dunkel.“

Der Gurkenkönig nickte gerne. Er kletterte auf den breiten Rücken des Drachen, und gemeinsam schwebten sie über die Berge. Unten im Tal angekommen, winkte er den beiden Drachen nach. Dann schrieb er in sein Notizbuch: „Manchmal hilft ein guter Schreck mehr als alle Rezepte.“

Der Mond stand schon über den Gipfeln, als der junge Gurkenkönig zufrieden in sein Nachtlager ging.

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