Franz Bayerhops
Franz und die Pfütze, die jeden Morgen kleiner wurde
Zusammenfassung
Franz Bayerhops entdeckt im Wuschelwald eine Pfütze, die jeden Morgen kleiner wird, obwohl niemand daraus trinkt. Neugierig markiert er den Rand, beobachtet Sonne und Schatten und lernt gemeinsam mit seinem Freund Nino und anderen Freunden durch eigene Versuche, dass Wärme das Wasser in die Luft zurückschickt. Die Geschichte zeigt spielerisch den Lernprozess durch Beobachten und Ausprobieren und endet in warmer Gemeinschaft.
Am frühen Morgen hoppelte Franz Bayerhops durch den Wuschelwald. Er liebte es, nach den Regentropfen zu sehen, wie die Blätter glänzten und der Boden noch nass war. Heute aber wunderte er sich besonders: Auf einer kleinen Lichtung lag eine Pfütze vom Regen. Doch sie sah viel kleiner aus als gestern Abend.
Franz setzte sich vorsichtig neben die Pfütze und betrachtete sie. "Warum wird diese Pfütze jeden Morgen kleiner?", fragte er sich laut. Er wusste, dass niemand aus der Pfütze getrunken hatte. Der Rand der Pfütze war noch rund, aber das Wasser war weniger geworden.
Er überlegte genau und wollte wissen, was passierte. Mit einem kleinen Stock malte Franz eine Markierung an den Rand der Pfütze in das weiche Moos. "Morgen früh schaue ich hier nach, ob die Pfütze wirklich kleiner geworden ist", sagte er sich. Dann blickte er nach oben. Die Sonne schien schon warm auf die Lichtung, während auf der andern Seite noch Schatten von den Bäumen lag.
Am nächsten Morgen kam Franz früh zur Pfütze. Sie war wirklich kleiner geworden. Der Wasserstand lag unterhalb seiner Markierung! „Komisch“, dachte Franz. Auch feuchte Spuren führten vom Gras und Boden weg. Schnell holte er seinen Freund Nino, den kleinen Bären, um ihm die Pfütze zu zeigen.
„Siehst du, Nino? Die Pfütze wird kleiner, obwohl niemand daraus trinkt!“, sagte Franz. Nino schaute neugierig auf die Pfütze, und sein weiches braunes Fell glänzte in der Sonne. Rudy, das kleine Baby-Pferd, trabte fröhlich herbei und wollte auch mithelfen.
Sie wollten etwas herausfinden. Also stellten sie eine Schale mit Wasser in die Sonne und eine andere in den Schatten. Über den Tag beobachteten sie beide Schalen. Die Schale in der Sonne wurde merklich kleiner. Die im Schatten blieb fast gleich groß.
Mulekuh, die weise Kuh vom Waldrand, kam vorbei und erklärte mit ruhiger Stimme: "Die Sonne wärmt das Wasser. So verwandelt es sich in kleine, unsichtbare Tröpfchen, die in die Luft steigen. Das nennt man Verdunstung. Deshalb wird die Pfütze kleiner."
Franz nickte zufrieden, denn er hatte es selbst beobachtet und ausprobiert. Stolz fühlte er sich, weil er eine Antwort gefunden hatte. Zum Schluss saßen alle Freunde zusammen am Waldrand. Sie lauschten dem leisen Blätterrascheln und genossen die warme Sonne im Wuschelwald. Franz streichelte sein rotes Halstuch und lächelte – es war ein schöner neuer Tag.
